Elinor Greenberg

Borderline und Narzissmus

Borderline und Narzissmus Blick ins Buch

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Dr. Elinor Greenberg zeigt mit diesem leicht verständlichen Praxisbuch, wie Borderline-, narzisstische und schizoide Persönlichkeitsanpassungen erkannt werden und wie Therapeut*innen, Psycholog*innen und Ärzt*innen erfolgreich mit betroffenen Patient*innen arbeiten können. Im Gegensatz zu vielen anderen Therapeut*innen hält Greenberg narzisstische Persönlichkeitsstörungen für behandelbar: »Muster können verändert werden. Jeder, der die notwendige Therapiearbeit macht, kann Bewältigungsstrategien entwickeln und Kindheitswunden heilen.«

Die Autorin präsentiert Diagnosen und Erfolg versprechende Behandlungsmöglichkeiten und veranschaulicht diese mit vielen Beispielen aus ihrer langjährigen Praxis. Deutlich wird dabei: Menschen mit einer Borderline-Persönlichkeitsstörung sehnen sich vor allem nach Liebe, Narzissten streben nach Bewunderung und schizoid geprägte Persönlichkeiten suchen zentral nach Sicherheit - im Vergleich zu anderen Menschen jeweils in extremer bis pathologischer Ausprägung.

Ein hoffnungsvolles Sachbuch für schwierige Diagnosen

Von: heinoko Datum: 15. June 2022

Die Autorin lässt uns zu Beginn teilhaben an ihrer musikalischen Sicht auf die Menschen, was mir außerordentlich gut gefällt. Der Mensch ist nicht (nur) das, was eine Diagnose über ihn sagt. Der Mensch, der ein bestimmtes Muster im Leben benutzt, handelt so, als würde er, auf einem Instrument spielen. Das Instrument kann viele Melodien spielen, doch die Person, wählt diese eine Melodie, und diese immer wieder und nur diese eine Melodie! Damit einher geht der Gedanke, dass die Person, der wir die Diagnose Borderline oder Narzissmus oder schizoide Persönlichkeitsstörung verpasst haben, eine Wahl hat. Sie sollte demnach ermutigt werden, nach vielen Lebensjahren es zu wagen, eine andere Melodie zu spielen. Ein Weg, der den Diagnose-Trägern bislang nicht bewusst war und von den meisten Diagnose-Stellern als Möglichkeit gar nicht in Betracht gezogen wird. Denn die beschriebenen Persönlichkeitsstörungen gelten gemeinhin als „nicht therapierbar“. Nach einer wissenschaftlich präzisen Abgrenzung der einzelnen Persönlichkeitsstörungen hilft die einfache Frage nach den speziellen Bedürfnissen dieser „untherapierbaren“ Klienten, um zu einem individuellen und kreativen Therapieansatz und damit zu neuen Melodien zu finden. Wer mag, kann als Laie einige der theoretischen Kapitel guten Gewissens überschlagen, obwohl sie die Grundlage bieten für dieses durch und durch hoffnungsvolle Buch, das sich an Laien und Therapeuten gleichermaßen wendet. Am Anfang steht immer die differenzierte Diagnose. So macht es zum Beispiel durchaus in den therapeutischen Bemühungen einen Unterschied, ob es sich beim Klienten mit narzisstischer Persönlichkeitsstörung um einen exhibitionistischen, um einen heimlichen oder um einen toxischen Narzissten handelt. In gut verständlicher Weise, teils sogar spannend-unterhaltsam, berichtet die Autorin von ihren eigenen Praxis-Erfahrungen, von gelungenen, aber auch gescheiterten Therapieabschnitten, dabei erzählt sie auch erstaunlich offen von eigenen Reflexionen. Die Fallbeispiele veranschaulichen sehr eindrücklich und gut lesbar die Theorien von Elinor Greenberg. Wunderbar erhellend finde ich persönlich die jeweilige Diagnose-Zusammenfassung mit Schlagworten wie persönliche Ziele, schwierige Zeiten, Abwehrmechanismen, geheime Ängste, größte Ängste, Schutzpatrone und – am überraschendsten – der passende Titelsong, aber auch der Beitrag zur Welt und das individuelle Motto. Therapeuten bekommen viele stärkende und hilfreiche Anregungen, um – zumeist mit gestalttherapeutischen Mitteln – Zugang zu diesen Klienten zu finden. Fazit: Ein außerordentlich faszinierend und unterhaltsam zu lesendes Sachbuch, das sich mit den schwierigen Persönlichkeitsstörungen wie Borderline, Narzissmus oder schizoide Persönlichkeitsanpassungen befasst und aufgeschlossenen Therapeuten Hoffnung gibt, auf kreative und erfolgreiche Weise mit diesen Klienten zu arbeiten.

Etwas irritierender Aufbau, aber grundsätzlich lesenswert

Von: Melissa R. Datum: 26. May 2021

Der Anfang des Buches gestaltete sich für mich ein wenig holprig, weil mir der Begriff der interpersonellen Gestalt bis dato unbekannt war und mich dieses Kapitel zugegebenermaßen ein wenig verwirrt hatte bzw. nicht wirklich Interesse meinerseits wecken konnte. Wenn man diesen Part geschafft hat, wir es endlich konkret und man beginnt damit, sich mit den verschiedenen Formen der Persönlichkeitsstörung auseinanderzusetzen. Hier gibt es immer mal wieder Abschnitte, die wirklich sehr interessant, praxisbezogen und spannend sind. Teilweise gibt es hier aber auch Kapitel, bei denen mir eher nach Überfliegen der Seiten zumute war. Dieses Wechselspiel zieht sich für mich durch das ganze Buch. Die Themen wirken sehr kleinteilig - fast schon zerbröselt: Man liest kurze Abschnitte zu einem sehr konkreten Aspekt einer Persönlichkeitsstörung bzw. ihrer Therapie und dann geht es bereits zur nächsten Form, wobei nebenbei bemerkt nicht immer die gleiche Reihenfolge verwendet wird. Obwohl dies wohl den direkten Vergleich von borderline-, narzisstischen und schizoiden Störungen ermöglichen soll, führt es eher zu Vermischung, abgehackten Eindrücken und teilweise auch Redundanz. Ich hätte mir insgesamt vom Aufbau des Buches ein bisschen mehr Struktur gewünscht, um das komplexe Thema nicht noch unnötig zu verkomplizieren. Die Kleinteiligkeit der Kapitel ist schade, da die Inhalte mir wirklich gut gefallen haben. Die Autorin schildert Krankheitsbilder, Symptome und psychologische Hintergründe sehr gewissenhaft und lässt den Leser an keiner Stelle unwissend zurück. Besonders anschaulich sind dabei kleine Fallbeispiele und Praxistipps aus der eigenen Arbeit als Therapeutin. Mit einem etwas anders strukturierten Aufbau hätte mir das Buch vermutlich sehr gut gefallen - so ist es für mich eher "in Ordnung".

Hilfe zur Selbsthilfe

Von: lalaundfluse Datum: 20. May 2021

Ein aufschlussreicher Ratgeber, besonders für Betroffene. Borderline Störungen, waren mir bislang unklar, allerdings ist Narzissmus ein großes Thema bei uns gewesen und hier haben wir tatsächlich Hilfe bekommen. Ebenfalls war uns vor dieser Lektüre nicht klar, dass es eine wirkliche Chance auf Selbstheilung und Therapie gibt. Bisher war der erste Weg zur Apotheke und entsprechenden Medikamenten. Ich kann dieses Buch Pädagogen, Psychotherapeuten und Betroffenen wirklich empfehlen.