Anne B. Ragde

Sonntags in Trondheim

Sonntags in Trondheim Blick ins Buch

Jetzt bestellen:

eBook
Buch

€ 9,99 [D] inkl, MwSt, | € 9,99 [A] | CHF 15,00 * (* empf, VK-Preis)

oder hier kaufen:

€ 10,00 [D] inkl, MwSt, | € 10,30 [A] | CHF 14,50 * (* empf, VK-Preis)

oder hier kaufen:

Blut ist dicker als Wasser. Das lässt sich zwischen Sonntagsbraten und Familienquerelen leicht aus den Augen verlieren. Bei den Neshovs ist das nicht anders. Einst auf einem Schweinezüchterhof in Trondheim zu Hause, lebt die Sippe inzwischen weit verstreut. Margido widmet sich mit fast religiöser Hingabe seinem Bestattungsunternehmen und tröstet sich mit Saunabesuchen über seine Personalprobleme hinweg. Sein Bruder Erlend, ein schwuler Schaufensterdekorateur, ist zwar seit Jahren glücklich in Kopenhagen verheiratet, aber ein wenig hysterisch, was problematisch wird, als sein stark übergewichtiger Lebensgefährte eines Tages zusammenbricht. Torunn wiederum, die Nichte der beiden, vergeudet ihre Zeit mit einem Mann, der Schlittenhunde züchtet – zu denen sie eine bessere Beziehung unterhält als zu ihm. Als Torunn jedoch an einem Sonntagmorgen beschließt, Margido einen Besuch abzustatten, setzt sie damit ganz erstaunliche Entwicklungen in Gang ...

Rückkehr auf den Neshov Hof

Von: Fantasie und Träumerei Datum: 14. January 2019

Wie schön war es die Neshov Sippe wiederzutreffen. Ein Gefühl wie Weihnachten, nur, dass ich selbst nicht involviert bin, sondern mir all die Dramen und Tragödien von Außen anschauen kann. Davon gab es in den ersten drei Bänden der "Lügenhaus"-Reihe ziemlich viele. In "Sonntags in Trondheim" geht es ein wenig beschaulicher zu. Ein wenig entspannter und gefühlt ein wenig glücklicher. Und weil ich der Familie nach drei Bänden so nah bin, freut mich das, als sei ich doch ein Teil von ihnen. Anne B. Ragde hat mit den Neshovs eine Familie konzipiert, die auf den ersten Blick ziemlich verschroben wirkt. Bei genauerem Hinsehen aber Züge erkennen lässt, die in jedem Haushalt, überall auf der Welt, so oder so ähnlich ablaufen könnten. Im Mittelpunkt steht Torunn, die vor einiger Zeit erfahren hat, dass ihr Vater ein Schweinezüchter in Norwegen ist und dass er und ihre Mutter nicht zusammenlebten, weil die Großmutter die Verbindung der Beiden nicht für gut hieß, so dass Torunns Mutter vom Hof gejagt wurde. Als der Vater stirbt, erfährt Torunn, dass sie die Erbin des Hofes ist. Das überfordert sie jedoch so sehr, dass sie erstmal wieder abhaut. Zurück in die Arme ihres langjährigen Freundes, der sie permanent mit jüngeren Frauen betrügt. Torunn neigt dazu an alten Gewohnheiten festzuhalten und erträgt diesen Zustand ihrer Beziehung eine ganze Weile, bis es ihr doch zu bunt wird. Sie kehrt zurück auf den Hof ihres Vaters, denn wie sollte man der Schwierigkeit gesunde Beziehungen zu führen anders auf den Grund gehen, als dorthin zurückzukehren, wo die Beziehung der Eltern noch vor der Geburt gekappt wurde. Für Torunn eine Möglichkeit zu sich selbst zu finden? Außerdem lebt ihr Onkel Margido in der Nähe. Ein einsam wirkender Endfünfziger / Anfang sechziger, der voll und ganz in seinem Beruf als Bestatter aufgeht. Seine Tagesabläufe sind penibelst genau durchgeplant. Systeme, die ihm Orientierung und Halt geben während er täglich dem Tod begegnet. Als Torunn bei ihm auftaucht, bringt sie sein Leben durcheinander. Ein ganz neues, gar nicht mal so unangenehmes Gefühl. Und dann gibt es noch den schwulen Erlend, der sich gemeinsam mit seinem Mann und zwei befreundeten Leihmuttern eine eigene Familie "gebastelt" hat. Ein Familiensystem wie er es nie gekannt hat. So perfekt, obwohl überhaupt nicht ans klassische Familiensystem angelehnt. Oder eben doch, weil Kinder ein ganzes Dorf brauchen, um behütet aufzuwachsen. Zwei Väter und zwei Mütter tun es für den Anfang aber auch. Hach ja, es steckt so viel Liebe in den Figuren, in all ihren Lebenswegen, ihren Entscheidungen, in all den Zwickmühlen und Verästelungen, die das Schicksal für sie ersinnt. Die Figuren leben. In der Sprache, in den Handlungen und ganz schnell auch in den Herzen der Leser. Während die Atmosphäre in den ersten drei Teilen eher von einem dünnen Nebelschleier überzogen ist, fühlt es sich so an, als komme Licht in das Leben aller Figuren. Dadurch unterscheidet sich "Sonntags in Trondheim" von Ton und Ambiente von den vorherigen Büchern, was dem Lesevergnügen jedoch nichts nimmt.

wohlfühl Familienroman

Von: Viola Häuser Datum: 24. September 2018

sehr warmes Buch, macht ein angenehmes Gefühl in der Familienbauchgegend. Im Cover ist allerdings ne falsche Angabe bezüglich der Elternverhältnisse von Ellen und Nora, die beiden sind der Nachwuchs von Krumme und Lizzy, (im Cover ist Leon unter der Verbindung Krumme und Lizzi angegeben). Und Krumme stell ich mir irgendwie knuffelig und gemütlich vor, nicht so wie auf dem Gewinnspielflyer. Ansonsten fühlen sich alle Protagonisten wie Familienmitglieder oder enge Bekannte an.

Die Reihe ist einfach unwiderstehlich

Von: Jaana - Besser Nord als nie! Datum: 09. September 2018

Als ich vor über zehn Jahren das Buch “Lügenhaus” von Anne B. Rage zum Geburtstag geschenkt bekommen hatte, kam ich erstmals mit der grandiosen Autorin in Berührung. Ein Freund hatte sich im Buchladen beraten lassen, “ein Buch für eine Skandophile” sollte es sein. Die Buchhändlerin hatte dann genau ins Schwarze getroffen, denn sobald ich mit dem Buch begann, konnte ich es nicht mehr aus der Hand legen. In “Lügenhaus” geht es um die Familie Neshov aus Trondheim. Bäuerin Anna liegt im Sterben und die Familie kommt erstmals nach Jahren wieder zusammen: Tor, der mit Mutter Anna den Schweinehof bestellt, Margido, der als Bestattungsunternehmer arbeitet und vor langer Zeit den Kontakt abgebrochen hat, der jüngste Sohn Erlend, der jetzt wohnhabend mit seinem Freund in Kopenhagen lebt, und auch Torunn, Tors erwachsene Tochter, die er erst einmal gesehen hat. Doch wie der Titel schon verspricht, ist das Leben der Familie auf Lügen gebaut, die nun — am Sterbebett der Mutter — zum Vorschein kommen. Das erste Buch hatte mich so in seinen Bann gezogen, dass ich noch während des Lesens des ersten Bandes den zweiten kaufen musste, aus Angst einen Tag ohne es überstehen zu müssen. Die Neshovs sind mir von der ersten Seite an sehr ans Herz gewachsen, als gehörten sie zur Familie. Buch 2 “Einsiedlerkrebse” und drei “Hitzewelle” wurden ebenso verschlungen. Leider hinterließ “Hitzewelle” offene Fragen und ließ einen unbefriedigt und nachdenklich zurück. Umso erfreuter war ich, als dieses Jahr ganz unerwartet Band 4 “Sonntags in Tromsö” erschien! Ragde hatte zwar immer gesagt, die Reihe sei nach drei Bänden zu Ende, schickte dann jedoch unangekündigt das Manuskript an den Verlag. Und wieder hat mich das Familienleben der Neshovs komplett eingenommen: Die Familie ist im Land zerstreut und der Schweinehof dient nur noch als Sarglager. Erst als Torunn an einem Sonntagmorgen beschließt, Margido einen Besuch abzustatten, setzt sie damit ganz erstaunliche Entwicklungen in Gang. Anne B. Ragde lebt selber in Trondheim und ist eine der erfolgreichsten Autorinnen Norwegens. Ihr Schreibstil ist so ausgefeilt, dass schon ein paar Sätze ausreichen, um ihre Charaktere kennen- und lieben zulernen. Wie schon die Vorgänger wird auch “Sonntags in Tromsö” aus drei unterschiedlichen Perspektiven erzählt, was die Geschichte vorantreibt und einen intensiven Einblick in das Leben der Rollen erlaubt. Ragde vermag es die Leidenschaften der drei Hauptpersonen so anschaulich zu beschreiben, dass man sich plötzlich auch für Dekoration, die norwegische Natur und — tatsächlich — für das Bestattungswesen zu begeistern beginnt. Was mich besonders an der Reihe fasziniert, ist Ragdes offener Blick auf unsere Gesellschaft und ihrer Fähigkeit, diese mit Leichtigkeit wiederzugeben. Nächstes Jahr erscheint sogar ein 5. Band und ich kann es kaum erwarten! Die Reihe ist so besonders und lesenswert, dass ich alle beneide, die erst jetzt das Vergnügen haben, die Familie Neshov kennenzulernen.

Die lieben Verwandten

Von: S. Lockstädt-Güttler Datum: 10. June 2017

Möchten sie einmal bei einer schrägen Verwandtschaft Mäuschen spielen? Hier haben sie die Möglichkeit. Die Protagonisten sind herrlich fein, mit spitzer Feder, aber dennoch liebevoll gezeichnet. Einfühlsam macht sich die Autorin an die Charaktere heran und entblättert im Laufe der Handlung so manches verschüttetes Geheimnis. Wie in jeder Verwandtschaft gibt es schwarze Schafe und keiner weiß mehr so richtig, warum der oder die Person, diese Rolle übernommen hat. Nach und nach lüftet sich der Nebel und bringt wieder Klarheit oder auch nicht. Erwarten sie aber keinen großen Spannungsbogen oder sogar eine überraschenden Höhepunkt, dafür plätschert die Erzählung im Beruhigungsmodus dahin. Verschaffen sie sich im Urlaub oder einfach nur so zum Abschalten ein herrlich amüsantes Lesevergnügen. Leicht verdaulich, mit süßem Humor geschrieben und so schräg, dass sie auch ihre Verwandtschaft mit anderen Augen sehen.