Fremdgehen oder nicht? Das ist Micro-Cheating

Micro-Cheating

Micro-Cheating – das Wort hast du sicherlich auch schon einmal gehört. Darunter versteht unsere Gesellschaft seit einigen Jahren eine Art Fremdgehen per Smartphone, zum Beispiel einen Chatverlauf, der die Ebene des Freundschaftlichen sprengt. Die körperliche Ebene – Küsse, Berührungen, Sex – ist beim Mirco-Cheating nicht betroffen. Wie bewertet man es also? Ist das schon Fremdgehen? Oder zumindest eine Vorstufe davon? Wie sollst du damit umgehen, wenn du deine:n Partner:in beim „micro-cheaten“ erwischst?

Virtuelles Fremdgehen: Was der Begriff Micro-Cheating umfasst

Micro-Cheating ist eine seltsame Sache, und wenn du deine:n Partner:in dabei beobachtest, ist es nur verständlich, dass du irritiert und verunsichert bist darüber, was das Ganze denn nun soll. Eine Person, die ihre:n Partner:in „virtuell betrügt“, schenkt einer anderen Person auf Social Media Plattformen oder per Chat besonders viel Aufmerksamkeit. Das kann zum Beispiel so aussehen:

  • Er:sie „liked“ sämtliche Posting und Fotos, schickt Herz-Emojis und andere, die Zuneigung bekundende Symbole.
  • Er:sie macht der Person, öffentlich oder in privaten Chats, besonders viele Komplimente, häufig auch bezogen auf das Äußere der Person.
  • Er:sie gibt seinen:ihren Beziehungsstatus online nicht an.
  • Er:sie chattet besonders viel, vielleicht sogar heimlich, mit dieser einen Person.
  • Er:sie bleibt bei einer Partnerbörse angemeldet, obwohl er:sie sich inzwischen in einer Beziehung befindet, und nutzt diese Partnerbörse auch weiterhin.

Ist Micro-Cheating schon fremdgehen?

Ein Herzchen deines:deiner Partners:Partnerin unter dem Facebook-Post einer anderen Person bedeutet nicht gleich, dass irgendetwas mit eurer Beziehung nicht stimmt. Es bedeutet nicht einmal Micro-Cheating, denn vielleicht mag dein:e Partner:in die Person einfach, oder noch simpler: Ihm:ihr hat gefallen, was er:sie geschrieben hat. Da solltest du nicht mit unangebrachter Eifersucht deine Beziehung unnötig belasten.

Aber richtiges, sich über eine längere Zeitspanne hinziehendes Micro-Cheating ist natürlich sehr belastend und auch ein Alarmzeichen. Wenn mit der Beziehung alles ok ist, wird sich kaum jemand online so viel mit einer anderen, ganz bestimmten Person beschäftigen oder auf Partnerbörsen herumsurfen.

Wir würden Micro-Cheating als eine Art Vorstufe zum Fremdgehen bezeichnen, und auch als Alarmzeichen dafür, dass in der Beziehung irgendetwas im Argen liegt und ein echter Seitensprung bald stattfinden könnte – vielleicht mit der Person, zu der sich der:die Betrügende online so hingezogen fühlt, vielleicht aber auch mit jemand ganz anderem. Denn ganz sicher ist, dass andauerndes Micro-Cheating das Vertrauen in die Partnerschaft erschüttert und die Gefühle des:der Betrogenen verletzt.

Wie du mit Mirco-Cheating in deiner Partnerschaft umgehen kannst

Du musst deine Sorgen und negativen Emotionen unbedingt ansprechen, aber vermeide es, deinem:deiner Partner:in das Gefühl zu geben, du spionierst ihm:ihr nach. Selbst, wenn du heimlich etwas gelesen oder mitbekommen hast, was wohl offensichtlich nicht für deine Augen und Ohren bestimmt war, wirf ihm:ihr das erstmal nicht gleich an den Kopf, sondern frag nach, ob er:sie sich wohl fühlt mit der Beziehung, ob es irgendetwas gibt, das ihn:sie vielleicht unglücklich macht. Du kannst das Problem auch beim Namen nennen, ohne gleich eine Eifersuchtsszene zu machen und einen Streit anzufangen: „Ich habe das Gefühl, du fühlst dich zu xy besonders angezogen. Ich bin deswegen verunsichert. Ist zwischen uns alles in Ordnung?“ oder: „Du verbringst zur Zeit wirklich viel Zeit online. Ich fühle mich da ein wenig vernachlässigt. Was beschäftigt dich denn so sehr?

Generell kommt man mit Ich-Botschaften in Gesprächen meist weiter als mit vorwurfsvollen Du-Botschaften. In einem eigenen Artikel beschäftigen wir uns mit dem Thema, was Partner:innen niemals zueinander sagen sollten und wie sie konstruktiv streiten können, damit am Ende wieder Frieden herrscht. Der Paarberater von Berit Brockhausen, „Schöner streiten“, vermittelt ebenfalls wertvolle Tipps dazu, wie Paare im Konflikt einander verstehen und aufeinander eingehen können.

Berit Brockhausen

Schöner streiten

Schöner streiten Blick ins Buch

Jetzt bestellen:

Buch

€ 9,99 [D] inkl, MwSt, | € 10,30 [A] | CHF 14,50 * (* empf, VK-Preis)

oder hier kaufen:

Selbst glückliche Paare haben mal Krach. Sie beherrschen aber die Kunst der Auseinandersetzung besser, oder können, kurz gesagt, schöner streiten. Wie das gehen kann, zeigt die erfahrene Paarberaterin Berit Brockhausen in diesem Buch praktisch und mit viel Humor. Dabei erfährt man, wie man den Ursachen für Streit auf die Spur und miteinander ins Gespräch kommt, wie es gelingt, den anderen zu verstehen und sich selbst verständlich zu machen, wie jeder erfolgreich Konflikte lösen kann und die Beziehung trotzdem rund läuft.

newsletter

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.