Hormonfreie Verhütungsmethoden: Alternativen zur Pille

Hormonfreie Verhütungsmittel

Im Jahr 2020 wurde die Pille 60 Jahre alt, und sie hat einen beispiellosen Siegeszug hinter sich. Sie gilt als Befreiungsschlag der Frauen: Erstmals konnten sie durch Einnahme des Hormonpräparats ihre Sexualität ganz einfach vom Kinderkriegen trennen, sich dafür entscheiden, später oder gar nicht Mutter zu werden, ihren Lebensfokus, falls gewollt, auf eine Karriere oder persönliche Freiheiten verlagern. Irgendwann war die Pille dann dermaßen selbstverständlich in der Gesellschaft verankert, dass sie sogar jungen Mädchen in der Pubertät gegen Hautprobleme verschrieben worden ist – eine schöne, glatte Haut ist ja bekanntlich eine positive Nebenwirkung der Pille.

Die Pille hat viele unerwünschte Nebenwirkungen – deshalb wünschen sich immer mehr Frauen Verhütung ohne Hormone

Doch da gibt’s auch noch die anderen Nebenwirkungen. Nachdem die Pille zunächst einmal Jahrzehnte lang gefeiert und unerwünschte Nebenwirkungen wie ein Randthema, vielleicht sogar teilweise wie ein Tabu, behandelt worden sind, sind heute immer mehr Frauen nicht mehr bereit, der bequemen Verhütung zugunsten Nebenwirkungen wie Thrombosen, Depressionen, Fruchtbarkeitsstörungen, sexuelle Unlust und sogar ein höheres Krebsrisiko zu riskieren oder in Kauf zu nehmen. Die Sozialpsychologin Dr. Sarah Hill erklärt in ihrem Buch „Wie uns die Pille verändert. Die überraschenden Auswirkungen auf unser Denken und Fühlen, den Körper und unsere Beziehungen“ auf Basis neuster wissenschaftlicher Erkenntnisse, wie die Pille den Körper und die Emotionen von Frauen verändern kann.

Während die einen Frauen die Pille vollkommen komplikationslos vertragen und sie gerne nehmen, leiden andere oder fühlen sich beim Gedanken unwohl, den Körper dauerhaft mit Hormonen zu täuschen und sich von diesen physisch und psychisch verändern zu lassen. Diese Frauen suchen nach sinnvollen Alternativen zur Verhütung ohne Hormone. Wir stellen dir einige davon vor.

Das Kondom müssen wir sicherlich nicht näher erläutern – jede:r kennt es. Es ist aus Frauensicht wohl die bequemste Art, zu verhüten: Vor dem Eindringen drüber mit dem Ding und damit hat sich’s. Männer sind von Kondomen häufig nicht so angetan, sie sollen die Intensität des Sex beeinträchtigen.

Wenn du als Frau deinem Liebsten also Kondome ersparen willst oder sie aus irgendeinem anderen Grund nicht die Methode deiner Wahl sind, kannst du zum Beispiel auf das Femidom/Frauenkondom, die Kupferspirale oder das Diaphragma zurückgreifen. Oder ganz auf klassische Verhütungsmittel verzichten und es mit der natürlichen Familienplanung versuchen.

Femidom/Frauenkondom

Das Frauenkondom ist das Pendant zum gewöhnlichen Kondom für Männer. Es besteht ebenso aus Latex, aber wird eben nicht über den Penis gestülpt, sondern in die Vagina eingeführt. Weit verbreitet ist es bislang nicht und es deutet auch nichts drauf hin, dass es bald einen Siegeszug feiern wird. Da Penis und Vagina durch das „Femidom“ keinen direkten Kontakt haben, schützt es auch vor sexuell übertragbaren Krankheiten.

Diaphragma

Vergleichbar und etwas bekannter ist das Diaphragma. Auch das wird vor dem Sex in die Scheide eingeführt, allerdings ist es deutlich kleiner und liegt nur ganz hinten, am Muttermund. Dort hindert es die Samenzellen daran, an die Eizelle heranzukommen. Zugleich macht ein Gel, das zuvor auf das Diaphragma aufgetragen wird, die Spermien langsam. Das ermöglicht direkten Körperkontakt zwischen den Geschlechtsorganen und dementsprechend mehr Intimität. Deshalb ist aber auch der Schutz vor Krankheiten nicht gegeben. Das Diaphragma muss nach dem Sex einige Stunden in der Vagina bleiben und ist wiederverwendbar.

Kupferspirale

Die Kupferspirale ist eine kleine Vorrichtung, die von deinem:deiner Frauenarzt:ärztin in deine Gebärmutter eingesetzt wird und fünf Jahre drinbleiben kann. Die Spirale gibt Kupferionen von sich, die die Spermien funktionsuntüchtig machen und außerdem verhindern, dass sich ein eventuell doch befruchtetes Ei in der Gebärmutter einnistet.

Das Einsetzen der Kupferspirale tut manchen Frauen weh, und manchmal dauert es ein wenig, bis der Körper sich an den Fremdkörper gewöhnt hat. Neigst du zu Menstruationsschmerzen, könnte die Spirale diese Schmerzen noch verstärken. Auf der anderen Seite ist sie ein sicheres, stressfreies und günstiges Verhütungsmittel. Bis auf die regelmäßigen ärztlichen Kontrollen musst du auf nichts achten.

Natürliche Familienplanung

Du kannst auch mit Achtsamkeit deinem Körper gegenüber, einem Thermometer und eventuell einem Kalender verhüten. Die Methode nennt man „natürliche Familienplanung“, und sie eignet sich zum gezielten Schwanger-werden ebenso wie zum Verhüten.

Am einfachsten fällt die Methoden jenen Frauen, die einen sehr regelmäßigen Zyklus haben, denn hier geht es darum, die fruchtbaren Tage zu bestimmen. Du lernst bei dieser Methode, deinen Körper im Lauf des Zyklus zu beobachten, denn je nachdem, in welcher Phase du dich befindest, sendet er dir andere Signale und deine Körpertemperatur verändert sich. Ist dein Zyklus immer etwa gleich lang, wirst du mit der Zeit schon vorausplanen können, wann du ruhig Sex haben kannst, ohne eine Schwangerschaft zu befürchten und wann du besser drauf verzichtest oder ein Kondom oder Ähnliches benutzt.

Sarah E. Hill

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Fast alle Frauen verhüten irgendwann in ihrem Leben mit der Pille. Doch die Hormone haben ungeahnte Auswirkungen: Die Pille erschafft eine andere Version von uns selbst, verändert unser Gehirn, lässt uns anders auf Stress reagieren und kann sogar unsere Partnerwahl grundlegend beeinflussen.
In ihrem bahnbrechenden Sachbuch erklärt die erfahrene Psychologin Dr. Sarah E. Hill die Auswirkungen der Antibabypille verständlich und auf Basis der neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse. Wer es gelesen hat, kann die Vorteile und Risiken verstehen und abwägen, um eine bessere Entscheidung zu treffen – für oder gegen die hormonelle Verhütung.

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