Warum kann ich mich nicht verlieben?

Warum kann ich mich nicht verlieben

Frisch verliebt zu sein ist ein einzigartiges Gefühl. Man spürt die Schmetterlinge wie verrückt im Bauch herumflattern. Alle Probleme sind nur noch halb so schlimm und das Leben ist einfach schön. Denn man hat den besten Mensch an seiner Seite und ist einfach nur überglücklich. Vielleicht sehnst du dich schon lange danach, verliebt zu sein und gemeinsam mit einer neuen großen Liebe auf Wolke 7 zu schweben. Aber es klappt einfach nicht. Es ist nicht so, dass du niemanden kennenlernst. Aber der Funke springt einfach nicht über und du fragst dich: Warum kann ich mich nicht verlieben?

Meistens gibt es Gründe dafür, dass sich jemand mit dem Verlieben schwertut. Es stehen dann Ängste, negative Erfahrungen und Selbstzweifel dem Liebesglück im Wege. Also letztendlich Probleme mit sich selbst, an denen sich fast immer arbeiten lässt.

Warum können sich Menschen nicht verlieben?

Viele Männer und Frauen, die sich nicht verlieben können, waren einst hoffnungslos verliebt und sind enttäuscht und verletzt worden. Sie haben einen furchtbaren Liebeskummer hinter sich und haben eine Mauer um sich herum aufgebaut, um nicht wieder so sehr verletzt zu werden. Und egal, wer kommt und versucht, sich ihnen anzunähern. Es gelingt nicht, die Mauer einzureißen und sich auf eine neue Liebe einzulassen. Die Gefühlswelt ist blockiert. Aie Angst, erneut verletzt zu werden und die schmerzhaften Erinnerungen an die enttäuschte Liebe sind einfach zu intensiv.

Andere Menschen können sich nicht verlieben, weil ihr Selbstwertgefühl zu gering ist. Sie lieben sich selbst nicht und erachten sich deshalb nicht als liebenswert. Sie lassen keine Gefühle zu, weil sie der Meinung sind, eine Beziehung würde ohnehin nicht halten. Schließlich seien sie nicht gut genug, um von jemandem ernsthaft geliebt zu werden.

Manchmal scheitert das Liebesglück auch an den zu hohen Ansprüchen. Man hat eine ganz genaue Vorstellung von dem:der Traumpartner:in und gibt niemandem eine Chance, der:die dieses Traumbild nicht zu 100 % widerspiegelt. Man lernt Menschen, die nicht dem Ideal entsprechen, gar nicht erst richtig kennen, nimmt entsprechende Datingangebote nicht an oder vermeidet ein Wiedersehen. Und da das Sich-Verlieben eben doch ein Prozess ist, der meistens eine Weile dauert und man nur selten von jetzt auf gleich Hals über Kopf verliebt ist, wie es uns die Märchen von der „Liebe auf den ersten Blick“ erzählen, klappt es eben auch nicht mit dem Verlieben.

Nachhilfe im Verlieben: Kann man lernen, sich zu verlieben?

Es ist die innere Einstellung, die die meisten Menschen davon abhält, sich zu verlieben und glücklich zu werden. Und die gute Nachricht dabei ist: An inneren Einstellungen kann man arbeiten. Wenn du infolge vorhergehender Beziehungen oder anderer Lebenserfahrungen noch zu verletzt bist, um dich emotional zu öffnen, musst du wieder lernen, intensive Gefühle zuzulassen und mit ihnen umzugehen.

Das kannst du im Alltag üben: Stehe vor Freunden, Bekannten oder Kollegen einfach öfter zu deinen Gefühlen. Sag offen, wenn du unsicher bist, Angst hast zu scheitern oder wenn dich etwas verzweifeln lässt. Du wirst sehen, dass es gar nicht so schlimm ist, Gefühle zuzugeben und sich verletzlich zu zeigen. Meistens wirst du empathische Reaktionen erhalten. So kannst du die Mauer, die du um dich herum errichtet hast, nach und nach abbauen und offener werden. Und irgendwann bist du – hoffentlich – auch wieder bereit dafür, dich zu verlieben!

Wenn deine Selbstzweifel der Grund sind, warum du dich nicht verlieben kannst, musst du an deiner Selbstliebe arbeiten. Nur wenn du begreifst, dass du mit all deinen Schwächen und Fehlern liebenswert bist, wirst du dich darauf einlassen können, dass jemand anders dich lieben darf. Das heißt natürlich nicht, dass man nicht auch mit manchen Dingen unzufrieden sein und an sich selbst arbeiten darf. Trotzdem musst du dich auf den Gedanken einlassen, dass du auch jetzt schon genauso wie du bist liebenswert bist. Zum Thema Selbstliebe haben wir zahlreiche Ratgeber im Sortiment, zum Beispiel „Die Kraft der Selbstliebe“ von Sylvia Harke oder „Aus Liebe zu mir“ von Renate Daimler.

Die innere Liebesblockade kann auch mit traumatischen Erlebnissen im Zusammenhang stehen, die zum Beispiel in der Kindheit oder in der Jugend stattgefunden haben. Sich nicht verlieben zu können ist dann meist nur eins von vielen persönlichen Problemen. Es kann helfen, psychologische Ratgeberbücher zu lesen, wie zum Beispiel „5 Schritte zum Frieden mit dem inneren Kind“ von Lisette Schuitemaker oder „Das Kind in dir muss Heimat finden“ von Stefanie Stahl. Sie enthalten viele inspirierende und hilfreiche Tipps sowie Informationen. Manchmal aber sind die Narben so tief und die Erlebnisse so schlimm, dass man nur mit professioneller Hilfe aus der Gefühlsblockade herauskommt. Und hier können wir nur empfehlen, nicht zu zögern und sich nicht zu schämen, sondern sich psychologische Unterstützung zu holen!

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